
Die traditionsreiche Caligari Filmbühne in der Wilhelmstraße 36 steht kurz vor der Wiederaufnahme des regulären Spielbetriebs. Nach einer umfassenden Sanierung, die das denkmalgeschützte Gebäude technisch und baulich erneuert hat, ist die Eröffnung für Donnerstag, 2. April, vorgesehen.
Sanierung und Sicherheitsmaßnahmen
Im Rahmen der Arbeiten wurden die zentrale Gebäudetechnik erneuert und umfangreiche brandschutztechnische Maßnahmen umgesetzt, um den heutigen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Zugleich wurde darauf geachtet, die besondere Atmosphäre des historischen Hauses zu erhalten. Ziel der Maßnahmen war es, den Kulturbetrieb unter modernen Bedingungen dauerhaft zu ermöglichen.
Bauverlauf und eingetretene Überraschungen
Die Bauphase war von wiederkehrenden, unerwarteten baulichen Befunden geprägt, die zusätzliche Abstimmungen und Anpassungen erforderlich machten. Die Projektbeteiligten reagierten nach Angaben der Verantwortlichen mit kreativen Lösungen, so dass trotz der Probleme tragfähige Ergebnisse erzielt werden konnten. Der Geschäftsführer von WiBau, Christoph Golla, betonte, dass das Vorhaben hohe Anforderungen gestellt habe und die Zielgerade das Ergebnis einer starken Teamleistung sei.
Architektur, Projektsteuerung und Folgemaßnahmen
Die Sanierung erforderte eine enge Abstimmung zwischen Denkmalpflege, Architektur, Brandschutz und moderner Technik. Architekt Uwe Bordt erklärte, die Aufgabe habe darin bestanden, die Identität des Hauses zu bewahren und zugleich die funktionalen und sicherheitstechnischen Vorgaben eines zeitgemäßen Kinobetriebs zu integrieren. Projektleiter von WiBau, Hartmut Herreiner, wies darauf hin, dass die eigentliche Komplexität historischer Gebäude sich oft erst im Bauverlauf zeige und nur durch intensive Zusammenarbeit zu bewältigen sei.
Bedeutung für die Stadt und Ausblick
Der Aufsichtsratsvorsitzende der WiBau, Andreas Kowol, bezeichnete die Filmbühne als kulturelles Aushängeschild der Stadt und hob die Bedeutung der Sanierung für den Erhalt historischer Orte hervor. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl äußerte seine Freude über die bevorstehende Wiedereröffnung und dankte Architektenteam und Handwerkern. Er kündigte an, dass der Spielbetrieb regulär wieder aufgenommen werde, auch wenn hinter den Kulissen weitere Arbeiten fortgesetzt werden. Für die Hundertjahrfeier im Dezember 2026 sind zusätzliche Baumaßnahmen geplant, unter anderem der Einbau einer neuen WC-Anlage unter der Bühne, um den Komfort für Kinogäste zu erhöhen.
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